
„Past Information-Pushed Aesthetics“ des MIT-Architektur-Absolventen und Forschers Alexandros Haridis, zu sehen bis zum 30. Juni in der MIT Keller Gallery, untersucht die Bemühungen des 20. und 21. Jahrhunderts, Pc in ein Medium für kreative Produktion und ästhetische Beurteilung in Architektur und angewandter Kunst zu verwandeln. Die Ausstellung stützt sich auf Philosophie, Mathematik, Informatik und Designberechnung und übersetzt Algorithmen, Theorien und maschinelle Lernsysteme in physische Installationen und interaktive Visualisierungen.
Q: Was hat „Past Information-Pushed Aesthetics“ inspiriert und welche Fragen werden darin untersucht?
A: Die konzeptionellen Ursprünge von „Past Information-Pushed Aesthetics“ gingen aus drei sich überschneidenden Forschungslinien hervor.
Als ich etwa im Jahr 2022 meine Doktorarbeit in Design und Berechnung an der Architekturabteilung des MIT abschloss, beobachtete ich in Echtzeit, wie Fortschritte im datengesteuerten maschinellen Lernen – Systeme wie ChatGPT und Secure Diffusion – schnell in öffentliche Diskussionen über Kreativität, ästhetisches Urteilsvermögen, Design und sogar hochkarätige Kunstauktionen Einzug hielten.
Gleichzeitig konzentrierte sich meine eigene Forschung bereits auf ästhetische Urteile und Bewertungen, und es wurde mir immer klarer, dass viele der öffentlich als „neu“ in Bezug auf KI präsentierten Fragen tatsächlich eine viel längere Geschichte im 20. Jahrhundert haben. Beispielsweise wurden im Dartmouth Summer time Analysis Mission von 1956, einer grundlegenden Veranstaltung für den Bereich der KI, Schöpfungs- und Bewertungsprozesse als eine von sieben Schlüsseldimensionen der menschlichen Intelligenz identifiziert, mit denen sich die zukünftige KI-Forschung befassen sollte.
Zweitens wurde die Ausstellung von Forschungen zu Designberechnungen und Formgrammatiken beeinflusst, die Beziehungen zwischen menschlicher Einsicht und Berechnung mithilfe regelbasierter Methoden und nicht durch rein datengesteuertes Lernen untersuchen. Neuere interpretative Studien zu ästhetischen Theorien – die sich auf Persönlichkeiten wie Samuel Taylor Coleridge, Oscar Wilde und sogar John von Neumann stützen – waren für mich besonders wichtig. Diese Studien untersuchen, ob in philosophischen und literarischen Texten artikulierte Theorien über ästhetischen Wert und Vergleich Möglichkeiten oder Grenzen zeitgenössischer Modelle digitaler Berechnung und KI in Architektur und Design aufdecken können.
Schließlich wurde die Ausstellung durch den Einsatz von Design, Fertigung und Datenvisualisierung als Methoden zur Interpretation mathematischer Konzepte, Algorithmen und „Black-Field“-Maschinenlernsysteme motiviert. Disziplinübergreifend nutzen Forscher zunehmend Rekonstruktions- und Visualisierungstechniken, um Computersysteme greifbarer und interpretierbarer zu machen – von der Visualisierung neuronaler Netzwerke in der Informatik bis hin zur Software program-Rekonstruktion und digitalen Fertigung in der Architektur und der kuratorischen Praxis.
Q: Wie übersetzt man Forschung zu Pc und Ästhetik in eine Ausstellung?
A: Der Ansatz der Ausstellung besteht darin, zu fragen, was genau in einer bestimmten Forschungsarbeit oder einem bestimmten Buch die hervorstechendste Idee einfängt, und diese Idee dann mithilfe von Design in einem visuellen, räumlichen und erfahrungsbezogenen Format zu interpretieren. Die Ausstellung stützt sich auf Designtechniken wie Software program-Rekonstruktion, physische Herstellung und Datenvisualisierung. Sie greift auf schriftliche Quellen zurück, die reich an algorithmischen Ideen, abstrakten Konzepten und mathematischen Formeln sind, und übersetzt sie in Geschichten im Raum, die Interaktion, materielle Kind und digitale Visualisierung umfassen.
Die Ausstellung selbst ist in fünf Themenbereiche unterteilt: Ästhetisches Maß, Ästhetische Richtlinien, Algorithmische Ästhetik, Ästhetische Aneignung und Ästhetische Neuheit. Jedes Thema fungiert als selektives „Fenster“ zu einem bestimmten rechnerischen Ansatz zur ästhetischen Beurteilung, der aus einer bestimmten Veröffentlichung – einem Buch oder einer Forschungsarbeit – stammt. Die Titel dieser Themen leiten sich von zentralen Konzepten jeder Veröffentlichung ab. „Maß“ bezieht sich beispielsweise auf die Arbeit des Mathematikers George Birkhoff in den 1930er Jahren, den ästhetischen Wert mathematisch zu quantifizieren, während „Neuheit“ untersucht, wie das maschinelle Lernsystem AICAN generierte Bilder gemäß einer Theorie der kognitiven Ästhetik beurteilt, die Vertrautheit und Abweichung von bekannten künstlerischen Stilen in Einklang bringt.
In allen fünf Fällen besteht die wichtigste Erkenntnis darin, dass Design selbst als Methode der interpretativen Übersetzung fungieren kann – eine Möglichkeit, sichtbar, greifbar und erfahrbar zu machen, was die traditionelle akademische Wissenschaft in technischen Bereichen normalerweise nur durch Worte und wortähnliche Darstellungsmittel wie wissenschaftliche Diagramme und Tabellen kommuniziert.
Q: Welchen Fragen möchten Sie als Nächstes nachgehen?
A: „Past Information-Pushed Aesthetics“ ist sowohl als Forschungsausstellung als auch als fortlaufende Plattform zur Untersuchung der Beteiligung von Computersystemen an Prozessen der ästhetischen Beurteilung, Generierung und Transformation in der Architektur und den angewandten Künsten konzipiert.
Eine der zentralen Fragen der Ausstellung – und eine, auf die sich Forscher aus den Bereichen Architektur, Design und Ingenieurwesen zunehmend konzentrieren – ist die rechnerische Bewertung über rein performative oder funktionale Anforderungen hinaus. Dies gilt für viele verschiedene Gestaltungsräume, seien es Gebäude, Bauformen oder Alltagsprodukte. Die Fallstudien der Ausstellung legen nahe, dass viele dieser Fragen schon lange vor dem aktuellen Interesse an Computern und KI entstanden sind und seit mindestens dem frühen 20. Jahrhundert durch eine Reihe rechnerischer und theoretischer Bewertungsmodelle angegangen werden.
Gleichzeitig interessiere ich mich zunehmend dafür, wie diese Ideen in breitere Anwendungen im Zusammenhang mit der gebauten Umwelt umgesetzt werden können. Insbesondere interessiere ich mich dafür, wie Forschung im Zusammenhang mit „Past Information-Pushed Aesthetics“ Designern und Ingenieuren dabei helfen kann, besser zu verstehen, wie Berechnungen – ob regelbasiert oder datengesteuert – uns darüber informieren können, was positiv zur menschlichen Erfahrung in Bezug auf die Räume und Objekte beiträgt, die Menschen bewohnen und nutzen.
Schließlich ist eine Richtung, die ich weiterhin erforsche, die methodische Rolle des Designs selbst als Interpretationsinstrument. Durch Software program-Rekonstruktion, Visualisierung und physische Herstellung nutzt die Ausstellung Design, um undurchsichtige Computersysteme in besser lesbare, greifbare und erfahrbare Artefakte zu übersetzen. Im weiteren Sinne wirft dies nicht nur Fragen zur Mechanisierung von „Schönheit“ oder „Geschmack“ (dem traditionellen Anliegen des ästhetischen Formalismus im 20. Jahrhundert) auf, sondern auch dazu, wie sich traditionelle Formen der Forschungswissenschaft und -kommunikation durch räumliche, visuelle und öffentlich zugängliche Formate weiterentwickeln können.
